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BIODIVERSITÄT

Wir Menschen sind Teil der Schöpfung, mit dem besonderen Auftrag Gottes, sie zu bewahren. Doch was haben wir getan?

Wir nehmen uns mehr aus der Natur als uns zusteht, und was wir zurückgeben, ist oft vergiftet – der oftmals irreversible Verlust von Lebensräumen, Arten und genetischer Vielfalt auf der Erde ist die Folge. Unsere Lebensgrundlagen sind in Gefahr: Nahrungsmittel und Medizin, Inspiration und der schlichtweg großartigste Mechanismus zur Eindämmung des Klimawandels.

Wir tun also gut daran, die Natur zu schützen, für uns, die nachfolgenden Generationen und unsere Menschengemeinschaft weltweit. Aber bewahren ist kein reiner Selbstzweck. „Jedes Jahr verschwinden Tausende Pflanzen- und Tierarten, die wir nicht mehr kennen können, die unsere Kinder nicht mehr sehen können, verloren für immer. […] Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.“ (Laudato Si´, 33)

Mitgeschöpflichkeit zu leben heißt, die Klagen unserer Mitwelt ernst zu nehmen und ins Handeln zu kommen. Als Einzelne und als Kirchengemeinden können wir z.B. unser Konsumverhalten anpassen, auf unseren Flächen lebensvolle Ökosysteme bewahren und aufbauen oder einfach mal Schädigendes sein lassen.

Erfahre hier was wir vom Erzbistum Köln aus unternehmen, um dein Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu stärken.

Illustration_Biodiversität
Plattbauchlibelle_Willkommen_Hochformat
Kirchengemeinden werden aktiv
Velbert_Gartenaktion_22-05-21
Zitat Papst Franziskus: Weinen wir

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BIODIVERSITÄTS-CHECK IN KIRCHENGEMEINDEN (BICK)

Im BiCK-Projekt können wir bis 2025 rund 70 Kirchengemeinden des Erzbistums Köln dabei unterstützen, auf ihren Flächen und Gebäuden Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt umzusetzen. Dabei setzen wir auf die Menschen in den Kirchengemeinden, die selbst zupacken wollen.  
Das Projekt wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

BICK - DAS PROJEKT

Flyer BiCK quer

KOOPERATIONS-GEMEINDEN

Blumen_Kirchturm_by_wunibald_woerle_pfarrbriefservice

BIOLOGISCHE FACHBERATUNG

KoorKreis Biostationen

PRAXISBEISPIELE (VIDEOS ZUM NACHMACHEN)

Arbeit am Gemüsebeet

WERDE SCHÖPFUNGS-BOTSCHAFTER:IN!

Bibel_Blumen_pixabay_pfarrbriefservice

PROJEKTTEAM

Team_BiCK

FAQs FÜR KIRCHENGEMEINDEN

Zwei- bis dreimal im Jahr finden digitale Infoveranstaltungen zum BiCK-Projekt statt. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist unverbindlich, wird aber für die nachfolgende Bewerbung Ihrer Kirchengemeinde vorausgesetzt.

Die nächste Infoveranstaltung ist für den 6. Februar 2023 (18 Uhr) geplant. 
Bitte melde dich an unter bick@erzbistum-köln.de und nenne deinen Namen, deine Kirchengemeinde und den Ort. 

Alle Teilnehmer:innen erhalten anschließend einen Link zum Online-Bewerbungsbogen. Letztlich kommt die Kooperation dann durch die Zustimmung des Kirchenvorstands zustande.

Zur Teilnahme am Projekt müssen Außenflächen oder Gebäude vorhanden sein, auf denen etwas verändert werden darf. 


Die Größe und Beschaffenheit der Flächen sind nicht ausschlaggebend, denn eine ökologische Aufwertung ist überall möglich. Auch die naturnahe Gestaltung kleinerer Parzellen kann als erster Schritt mit Vorzeigecharakter sehr wertvoll sein.
Und: Selbst ein Fels kann Ausgangspunkt neuen Lebens sein – das ist gerade der christlichen Kirche bewusst.

Daher: Wenn auch aus einer versiegelten Fläche keine Naturoase wird, so lässt sich doch selbst hier ein kleiner Beitrag für die Bewahrung der Schöpfung leisten.

Die Kooperationsgemeinden bekommen umfangreiche fachliche Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen. Diese leisten die Fachkräfte der Biologischen Stationen. 
Zudem erhalten sie als Anschubfinanzierung bis zu 2.000 Euro pro Kirchort für projektbezogene Sachmittel. Von den Kirchengemeinden wird ein Eigenanteil von 10 Prozent der Sachkosten erwartet.
Durch Mitarbeit im Lern- und Vernetzungsprogramm Schöpfungsbotschafter:innen erwerben Engagierte Wissen und Soft Skills und können als Multiplikator:innen ihre Kirchengemeinde noch besser unterstützen. 

Der Fördermittelgeber möchte, dass jede Kirchengemeinde einen finanziellen Beitrag in Höhe von 10 % des Sachkostenzuschuss leistet, also 200 Euro.
Im Rahmen des Schöpfungsbotschafter:innen-Programms bieten wir eine Basis-Schulung zum Thema Fundraising an.  
Sehen Sie hier eine exemplarische Maßnahmenfinanzierung am Beispiel des Kräutergartens in St. Servatius Bornheim:

Kräutergarten St. Servatius, Bornheim

Kräutergarten St. Servatius, Bornheim

Das BiCK-Projekt lebt vom Engagement der Menschen in der Kirchengemeinde. Vielleicht gelingt es Ihnen ja auch, Menschen aufs Neue enzuladen, die schon lange nicht mehr in der Gemeinde sichtbar waren? Oder sogar Menschen aus ganz anderen Gruppen bei Ihnen am Ort?
Hier portraitieren wir eine Kirchengemeinde, die bereits mit Schwung unterwegs ist:  

Schafbeweidung - natürlich Mähen

Schafbeweidung - natürlich Mähen

Maßnahmen tragen längerfristig und nachhaltig, wenn die Menschen, die sich engagieren, sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren und Freude daran haben. Dabei können die Gründe, warum Menschen ehrenamtlich arbeiten, ganz unterschiedlich sein. Die einen möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben. Die anderen sind auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe, die sie erfüllt. Und wieder andere möchten ihre Kenntnisse erweitern oder Kontakte knüpfen. Für jede dieser Zielgruppen bietet das BiCK-Projekt Anknüpfungspunkte: Sinnstiftendes Miteinander-Tun (gemeinschaftliche Tätigkeiten zum Erhalt der Biodiversität) und bereicherndes Miteinander-Lernen (Begleitung durch Fachleute der Biostationen, Veranstaltungen für Schöpfungsbotschafter:innen).  

Auch die hauptamtlichen Mitarbeiter:innen - z. B. Pastoralteam, KiTa-Team - können zur Nachhaltigkeit der Maßnahmen beitragen, indem sie das Thema Schöpfungsverantwortung/ Biodiversität in ihre Tätigkeitsfelder wiederkehrend integrieren, z. B. (Kinder-)Gottesdienste, Firm- und Kommunionkatechese, Schöpfungstage. 

Nachhaltigkeit in unserem Kontext bedeutet, etwas für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Deshalb sind auch gerade die jungen Menschen sehr wichtig. Bei der Schöpfungsverantwortung geht es ja um ihre Zukunft, in der sie vitale und vielfältige Lebensgrundlagen vorfinden möchten.

Ehrenamtliches Engagement leistet einen großen Beitrag zur Lebendigkeit und zum sozialen Miteinander in Kirchengemeinden. Dazu bedarf es oft keiner großen Planungsrunden und Voraussetzungen, sondern vieles startet nach dem simplen Motto: "Machen wir es einfach“.

O-TÖNE AUS UNSEREN GEMEINDEN

Warum Förderung von Artenvielfalt Spaß macht: Stimmen aus dem Erzbistum Köln

Ob in Troisdorf, Schildgen oder Köln: alle Gemeinden, die in Sachen Förderung der Artenvielfalt schon aktiv sind, sind sich einig, dass das Engagement ein großer Gewinn für Mensch und Natur ist. 

„Unser Garten zieht Menschen an, die sonst wenig oder gar keinen Bezug zu uns als Kirche haben.“

- Pfarrer Wilhelm Darscheid, Bergisch Gladbach-Schildgen

Wir haben festgestellt, dass auf unseren kircheneigenen Grünflächen viel Potenzial ist, um für Vögel, für Bienen und viele andere Insekten und Kleingetier Lebensgrundlagen zu schaffen. Leider herrschst große Unkenntnis darüber, wie Freiflächen gestaltet sein müssen, damit sich Artenvielfalt entwickeln kann. Mit diesem Projekt wollen wir Lernerfahrungen machen, um Gärten und Anlagen künftig artengerechter gestalten zu können

- Dietmar Hahn, St. Nikolaus Rösrath

"Start small - think BiCK!" - unsere erste Beerenernte auf unserem Himmelbeet in Ließem.

- Dirk Jüngermann, St. Marien Wachtberg

Durch die Aktionen der Biostationen konnten wir gezielt Gruppen innerhalb der Gemeinde einladen und zum Mitwirken motivieren. Bei den zwei bisher gelaufenen Aktionen konnten wir unterschiedliche Gruppierungen (Jugendgruppen, Teile des PGR und der Messdienerschaft) zum Mitmachen motivieren. Diese Aktionen erzeugen ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl 

- Julia Wilhelm, Engagementförderin in St. Michael und Paulus, Velbert

Die Biostation hat uns für die Bepflanzung des ersten Staudenbeets eine Liste all jener Pflanzen erstellt, die zu diesem Standort passen und sich gegenseitig „gut tun“. Wir konnten dann daraus auswählen. Und auch für das Einpflanzen gab es gute Tipps: Die Ballen mit Schafsschur umgeben und dann einsetzen. Das speichert Wasser wie ein Schwamm und schützt vor Austrocknung. Dieses Fachwissen ist eine tolle Ergänzung zum Eifer, der Begeisterung und Erfahrung der Ehrenamtlichen. Jeder trägt zum Gelingen bei.

- Regina Flackskamp, Engagementförderin im Sendungsraum Troisdorf

EINFACH (NACH)MACHEN - PRAXISVIDEOS

Fachleute der Biologischen Station Düsseldorf-Mettmann (Haus Bürgel) nehmen dich mit auf eine kleine Lern- und Entdeckungsreise in die Natur. In sieben kurzen Erklärvideos kannst du sehen und staunen, wie sich kirchliche Flächen und Gebäude in kleine oder größere Oasen der Artenvielfalt verwandeln lassen.  Einfach vor Ort (nach)machen oder auch für den eigenen Garten inspirieren lassen!

<a data-fancybox=" title=" (c) Hecken anlegen">
<a data-fancybox=" title=" (c) Düngen, Mulchen, Kompostieren">
<a data-fancybox=" title=" (c) Mauern, Wege, Wilde Ecken">
<a data-fancybox=" title=" (c) Insekten willkommen heißen">
<a data-fancybox=" title=" (c) Gebäudebrüter unterstützen">
<a data-fancybox=" title=" (c) Teiche anlegen">
<a data-fancybox=" title=" (c) Schafbeweidung - natürlich mähen">

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WUSSTEST DU SCHON?

Forschende sowie Praktikerinnen und Praktiker warnen eindringlich, dass wir uns heute in der Zeit des größten Artensterbens seit dem Ende der Dinosaurierzeit vor 65 Millionen Jahren befinden. Viele Tier- und Pflanzenarten sind schon unwiederbringlich verloren. Aktuell sind aus dem Tierreich jede achte Vogelart, ein Viertel der Säugetierarten und 40 Prozent der Amphibienarten bedroht. 

Logoleiste_Foerderung_4.2022

Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Diese Webseite gibt die Auffassung und Meinung der Zuwendungsempfänger des Bundesprogramms wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.